| BNN - Rückzieher bei Opel löst bange Fragen aus |
BNN Ausgabe NR. 256, 5 Nov. 2009, Seite 17, Radaktion : Kirsten EtzoldHändler und Liebhaberclub warten auf InformationenHelmut Ziegler, Geschäftsführer des Opel-Markenhändlers Autohaus Zschernitz, möchte vom Rückzieher der amerikanischen Mutter General Motors gestern am liebsten gar nichts mehr hören. „Zu der neuen Situation will ich mich noch nicht äußern, weil wir zu wenig Informationen haben“, sagt der Mann, der den ganzen Tag über von Medienvertretern um Stellungnahme gebeten wird. Spekulationen brächten nicht weiter: „Wir müssen erst mehr wissen.“ Zschernitz hat vier Niederlassungen: Neben dem Neubau am Mühlburger Bahnhof, der Ende August 2008 bezogen wurde, ist das Autohaus in Karlsruhe auch in der Ottostrasse in Durlach vertreten, im Umland zudem in Ettlingen und Karlsbad-Langensteinbach. Eine positive Tatsache will Ziegler unbedingt hervorheben an diesem Tag, an dem die völlig überraschende Abkehr vom geplanten Verkauf Opels an Magna die Runde macht. „In zwei Monaten ziehen wir in Ettlingen aus unserem Stammsitz in neue Räume um. Das unterstreicht unsere Loyalität und unser Vertrauen in die Marke Opel.“ Hendrick Panoscha betreibt einen Opel-Service in seinem Betrieb namens „Omni-Mobil“ in der Sophienstraße, dem ehemaligen „Opel Föller“. Gestern hat Panoscha kaum Zeit übrig, das Alltagsgeschäft brummt. „Die Krise beschäftigt mich weniger, weil ich kein Neuwagenhändler bin“, sagt der Fachmann. Johannes Karl und Sascha Frech, Mitbegründer der Opelfreunde Karlsruhe, verfolgen die Nachrichten über die Traditionsmarke und ihre ungewisse Zukunft gestern dagegen teils recht bange. Die Mitglieder des Karlsruher Vereins schmücken sich immerhin ausnahmslos mit fürsorglich gepflegten Pkw der Marke Opel. Auf ihrer Internetseite mit der Webadresse www.opelfreunde-karlsruhe.de porträtieren sie daher auch nicht sich selbst, sondern ihre vierrädrigen Lieblinge, mit Lederverkleidung in den Türen etwa, mit weiß lackiertem Motorblock oder schickem Sportlenkrad. „Wenn es Opel gar nicht mehr gäbe – wie geht es dann mit Ersatzteilen weiter?“, fragt sich Sascha Frech, der seinen himmelblauen, 16 Jahre alten Corsa B mit Tropfendesign auf der Motorhaube liebvoll pflegt. Die Nachricht vom Rückzieher bei General Motors und dem geplatzten Verkauf hat Frech anfangs nur am Rande mitbekommen, sich aber sofort seine Gedanken gemacht. „Leider weiß ich bisher nicht, wie es jetzt weitergehen soll“, meint der Durlacher nachdenklich. Frechs Clubkamerad Johannes Karl aus demselben Stadtteil verfolgt die Opel-Krise natürlich auch. „Das geht ja schon recht lange. Da sind schon viele Steuergelder geflossen“, kommentiert er kritisch. Das Hin und Her um die Zukunft des Autobauers betreffe ihn und die anderen Vereinsmitglieder, obwohl alle stolze Besitzer eines Opel-Modells sind, bisher zum Glück nur allgemein: „Wir haben gute Anlaufstellen durch unsere örtlichen Opel-Händler. In Karlsruhe sieht das bisher immer noch unverändert gut aus.“ |